WEF 2010 Paradeplatz besetzt!

Verfasst von admin am Mo, 01/18/2010 - 15:34

Ein Bankett auf teurem Pflaster - Pressemitteilung
Zürich, 16.1.2010

Gut 70 Leute haben am Freitagabend auf dem Paradeplatz, der heiligen Stätte des internationalen Finanzkapitals, ein Bankett abgehalten.

Damit verliehen sie ihrer Ablehnung gegenüber der kapitalistischen Gesellschaftsordnung Ausdruck, einer Gesellschaftsordnung, die Millionen von Menschen Tag für Tag in unnötiges Elend stürzt. Bewaffnet mit Transparenten, guter Musik und leckerem Essen besetzten die AktivistInnen um 18.00 Uhr den exquisiten Vorplatz der CreditSuisse und sorgten mit diversen Reden zu Themen wie Repression, Arbeitslosigkeit, Sozialabbau und Frauenkampf für eine ausdrucksstarke Aktion. Das WEF in Davos wurde als zynische Selbstbeweihräucherung des mörderischen Grosskapitals denunziert und verurteilt. Die rund zweistündige Aktion fand ihren Abschluss in einer symbolischen Aktion, als die Schweizerische Nationalbank stelltvertretend für das schweizerische Finanzkapital ausgiebig mit Eiern beworfen wurde. Damit machten wir deutlich, dass die kapitalistische Funktionselite ihre selbstgerechte Legitimationsveranstaltungen nicht ungestört abhalten kann. Sie haben mit unserem Widerstand zu rechnen. Nicht bloss heute, sondern zum Beispiel auch an den Demonstrationen gegen das WEF in Luzern nächsten Samstag und in Basel am 30. Januar.

Für unsere Zukunft – gegen den Kapitalismus!

Revolutionäres Bündnis Zürich


Rede des AKZO am Anti-WEF-Bankett

(laut und pointiert lesen…)

„Die Mächtigen und Reichen, nächtigen und reichen sich die Hände in Davos. Sie diskutieren, debattieren, lamentieren unter sich, unter grossen Tieren, über Geld, die Welt und sich selbst.

Rethink! Sie denken die Welt zurück! Von den Bergen ertönen Rufe von Freiheit und Sicherheit. Sie sagen, wir brauchen einen freien Markt und Stabilität. Sie reden von Demokratie, Wohlstand, Entwicklung. Sie reden von Vertrauen und Zuversicht. Sie reden von Fortschritt und Wachstum und Nachhaltigkeit. (Hää?) Sie reden, sie reden, sie reden…und wir, wir hören schon lange nicht mehr zu! Denn wir sagen: Die verarschen uns doch!

Redesign!. Sie wollen die Welt umordnen! Ihr Plan: Soziale „Gleichheit“ fördern und soziale Risiken mindern. Ihr Problem: Das soziale Risiko sind wir! Und wir sagen: Wir lassen uns nicht verarschen!

Rebuild! In ihrer unendlichen Weisheit und Einsicht sprechen sie Systemfehler an und brauchen effiziente Institutionen, um sie zu beheben. Wir sagen: Hier sind wir! Machen wir! Effizient, aber auf unsere Art! Ohne Institutionen, Staat, Ökonomisierung und vor allem ohne sie! Denn: Verarschen können wir uns selber und die Welt neu gestalten auch!

Die Banken bankrottieren, wir bankettieren! Wir nehmen uns Raum auf teurem Pflaster, denn auch dieser Raum ist unser. Wir lassen uns auch nicht von Plätzen verdrängen, auf denen Kaviar- und Pralinéduft dominieren und auf dem in Pelz gehüllte Menschen flanieren. Die ganze Stadt ist unsere. Häuser, Strassen, Plätze – sie alle gehören uns. Nicht weil wir besitzen wollen, sondern weil wir leben. Und leben heisst kämpfen. Kämpfen gegen die Umstände, die uns bedrücken, die uns unterdrücken.

Staat und Kapital sind fürn Arsch, danke schön.“

www.akzo.ch.vu